Hörsaal - Deutschlandfunk Nova

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Die Beiträge zur Sendung

In drei Jahrzehnten könnte es schon soweit sein: Wenn wir im Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim ankommen, empfängt und versorgt uns ein Pflegeroboter. Eine ernst zu nehmende Vision, vorgetragen von Karsten Schwarz und Andreas Keibel.
Deutschland hat zu wenig Pflegekräfte und diejenigen, die ihren Beruf ausüben, leiden unter schlechter Bezahlung und großem Arbeitsdruck. Pflegeroboter könnten entlasten. In ihren Vorträgen im Hörsaal wägen Oliver Bendel und Armin Grunwald Vor- und Nachteile ab.
Am 14. Februar 1989 verhängte der iranische Staatschef Ajatollah Chomeini eine Fatwa über Salman Rushdie. Muslime auf der ganzen Welt waren aufgerufen, Rushdie zu ermorden. Ein Kopfgeld von zunächst einer Million US-Dollar wurde ausgesetzt.
Routinen zu durchbrechen, ist enorm schwierig. Oft führen wir alteingeschliffene Verfahren immer weiter, ohne dass das noch irgendeinen Sinn hätte. Das war schon in der Frühen Neuzeit so. Ein Vortrag der Historikerin Birgit Näther.
Mit Fitness-Armbändern, Wearables und anderen Geräten können wir uns selbst tracken und optimieren. Doch wie hilfreich ist Self-Tracking wirklich? Ein Vortrag von Sportsoziologe Robert Gugutzer.
Geht es darum, einen Studienplatz an der Lieblingsuni zu bekommen oder bei der Partnersuche erfolgreich zu sein, müssen wir die Regel des jeweiligen Marktes kennen, erklärt Wirtschaftswissenschaftlerin Dorothea Kübler in ihrem Vortrag. Dazu brauche es auch eine strategische Vorgehensweise.
Nicht nur Menschen kann Stress ganz schön Kraft kosten. Genauso geht es Tieren, Pflanzen und überhaupt dem gesamten Ökosystems wegen des Klimwawandels. Der Nachhaltigkeitsforscher Uwe Schneidewind und der Klimatologe Hartmut Graßl zeichnen in ihren Vorträgen ein düsteres Szenario.
Wenn es um den Klimawandel geht, sieht der Biologe Ernst Ulrich von Weizsäcker auch westeuropäische Bürger in der Verantwortung: Immer wieder würden wir Politiker wählen, die sich nicht genug dagegen einsetzten.
Viele Patientinnen und Patienten quält nach einer Krebsdiagnose die Frage: "Warum unbedingt ich?" Viele geben sich selbst die Schuld an der Erkrankung, sagt die Psychoonkologin Iris Magdalena Sossalla in ihrem Vortrag.
Gefühle wie Groll, Scham oder Zorn anzusprechen, ist für Therapierende eine Gratwanderung. Denn dadurch könnten diese Gefühle erneut ausgelöst und auf die Therapierenden projiziert werden, erklärt der Psychoanalytiker Heinz Weiß in seinem Vortrag.
Je leerer unser Straßen und Plätze werden, desto mehr Raum nehmen sich die Tiere. Auf einmal spazieren Hirsche, Wildschweine oder Füchse durch unsere Städte. Neu ist das aber nicht. Schon seit einigen Jahren wandern immer mehr Wildtiere bei uns ein. Ein Vortrag des Biologen Carsten Nowak.
Im Jahr 1989 fiel die Mauer. Zurück blieb eine Narbe – ein leerer Streifen, der sich in Berlin mitten durch die Stadt zog. Heute wachsen dort Bäume und Pflanzen, es gibt Tiere, Kletterfelsen und Freizeitparks. Ein einmaliges Biotop. Ein Vortrag des Stadtökologen Ingo Kowarik.
Die Jahre des Kalten Krieges waren eine Zeit der Gegensätze. Der sogenannte Westen befand sich zwischen den Fronten von Kapitalismus und Kommunismus. Historiker Dan Diner sieht die Zeit des Kalten Krieges daher als gesonderte Epoche an, die sich auf Staatswesen und Volksparteien auswirkte.
Die Konzentrationslager der NS-Zeit stehen für grauenvolle Qualen, die Millionen von Menschen erleiden mussten – unter ihnen Kinder und Jugendliche. Um ihr mentales Leid sichtbar zu machen, brauchte es therapeutisches Geschick. Der Historiker Dietmar Süß erzählt von pädagogischer Fürsorge in einer Zeit, in der kaum jemand über Traumata sprach.
Seit Mitte März herrscht in Deutschland wegen des neuartigen Coronavirus Ausnahmezustand. Damit alles wieder normal werden kann, brauchen wir zwingend einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2. Davon sind viele gerade in der Entwicklung. Welche Ansätze verfolgt werden, wie vielversprechend sie sind und was noch passieren muss, bis sie uns zur Verfügung stehen, …
Erste Lockerungen hin oder her – richtige Normalität gibt es für uns alle erst dann, wenn es einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt. Das dauert, sagt der Arzt und Infektionsforscher Till Koch, weil eben jede Krankheit und damit jeder Impfstoff höchst individuell ist. Im Hörsaal-Vortrag beschreibt er die Geschichte …
Heimische Gerichte mit Zutaten aus der Region - in Restaurants und in Kochbüchern wird damit geworben. Doch manchmal entwickeln sich die Gerichte auch weiter. Sie bleiben regional, aber mit Heimat haben sie am Ende nicht mehr viel zu tun, die Nostalgie bleibt auf der Strecke. Das kann auch gut sein.
Der ehemalige Bundestagspräsident spricht von einer neuen, kulturellen Spaltung der Gesellschaft: Wer Weltoffenheit nicht leben könne, reagiere mit dem Wunsch nach Abschottung und einem starken, ihn schützenden Nationalstaat.
Die heutigen Europäer sind die Nachfahren von Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde. Jeder heute lebende Mensch hat einen Migrationshintergrund, sagt deshalb die Ur- und Frühgeschichtlerin Bärbel Auffermann.
Die Europäische Union hat ein Akzeptanz- und ein Demokratiedefizit. Das sieht auch der Verfassungsrechtler Dieter Grimm so. Er will die EU allerdings keineswegs abschaffen, sondern ändern.