Hörsaal - Deutschlandfunk Nova

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Die Beiträge zur Sendung

Vor 100 Jahren, am 19. Januar 1919, durften die Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen. Und das taten sie in großer Zahl. Trotzdem sind die Parteistrukturen bis heute männlich geprägt, sagt die Historikerin Sylvia Schraut.
Auf unserer Welt geht es nicht gerecht zu: ungleiche Wohlstandsverteilung, ungleiche Bewegungsfreiheit, Machtgefälle – das sind nur einige der Beispiele für eine Schieflage, die immer größer zu werden scheint. In ihrem Vortrag überlegt die Politikwissenschaftlerin Regina Kreide, wie wir einer gerechteren Weltordnung näherkommen könnten.
Freundschaften gewinnen gegenüber Familie immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig gibt es Befürchtungen, dass der Begriff der Freundschaft in der digitalen Welt entwertet wird. Im Hörsaal sprechen der Philosoph Björn Vedder und der Soziologe Janosch Schobin über Freundschaft früher und heute und darüber, was sie ausmacht.
Am 6. Januar 1939 veröffentlichte der Chemiker Otto Hahn zum ersten Mal die Ergebnisse seiner Experimente zur Kernspaltung. Es war der Anfang des Atomzeitalters.
Die USA und Nazi-Deutschland lieferten sich einen Wettlauf um die Bombe. So steht es in den Geschichtsbüchern. Doch diesen Wettlauf hat es nie gegeben, sagt der Kernphysiker Manfred Popp.
Wie es dazu kam, dass die Wissenschaft ihre kleinen Nischen und Winkel verlassen und einen weltumfassenden Anspruch entwickelt hat, erzählt der Soziologe Rudolf Stichweh in diesem Vortrag.
Am 3. November 1618 wird ein Komet am Himmel gesichtet, den die Menschen in den Jahren darauf als Auslöser des Dreißigjährigen Kriegs sehen. Ein Hörsaal des Historikers Andreas Bährüber menschliche Sinnstiftung und über das Verhältnis von Himmelszeichen und Weltgeschehen.
"Babylon Berlin" zeichnet ein Bild der Kultur, Wirtschaft, Politik, aber auch der Unterwelt der Weimarer Republik. Aber ist das alles überhaupt realistisch? Ein Vortrag von Hanno Hochmuth.
Frontalunterricht, Fakten lernen, Klassenarbeiten. Schule und Lernen laufen meist so ab wie schon vor Jahrzehnten. Das ist ein Problem, sagt der Pädagoge Olaf-Axel Burow: Unsere Lernkonzepte müssen sich radikal ändern.
Sobald wir die Wahl haben zwischen mindestens zwei Lösungen, kann er sich zu Wort melden - der Zweifel: Welches ist die bessere Entscheidung? "Zweifel können lähmen", sagt der Organisationsforscher Günther Ortmann.
Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan geht mit der Flüchtlingspolitik in der Europäischen Union hart ins Gericht. Weil es 2015 keinen geeigneten Plan gegeben habe, die vielen Flüchtlinge zu integrieren, schlägt sie in ihrem Vortrag ein neues Modell vor. Eine Kernidee: Die Aufnahme von Flüchtlingen muss sich lohnen.
Jeder von uns möchte selbst über sein Leben bestimmen. Wir wollen eigenständig festlegen, wie wir unsere Zukunft gestalten. Dummerweise gibt es dabei ein uraltes, klitzekleines Problem: den Zufall.
Stinksauer, zornig und richtig wütend werden wir alle manchmal. Was wir als gewaltige, private Emotion erleben, ist manchmal mehr: nämlich ein politisches Gefühl.
"Frontstadt Berlin" - das war in Westberlin zu Mauerzeiten gleichzeitig eine nüchterne Beschreibung, ein Schimpfwort und ein Ehrentitel. Die Westberliner Bevölkerung war polarisiert. Die US-Amerikaner waren für manche "Besatzer", für andere "die Schutzmacht" - ein Vortrag der Historikerin Stefanie Eisenhuth.
Berlin ist die Hauptstadt der Atheisten, dort spielt die Kirche keine Rolle. Könnte man meinen, ist aber falsch. Die evangelische Kirche war in der säkularen Stadt während der deutschen Teilung unglaublich wichtig. Eine Reise in den Kalten Krieg mit dem Historiker Hanno Hochmuth.
Rituale strukturieren unser Leben. Wir feiern den Schulabschluss, unseren Geburtstag oder Weihnachten. Wir inszenieren uns vor anderen. Ähnlich in der Politik: Rituale wie Krönung oder Amtseinführung verlaufen nach bestimmen Mustern - in der Öffentlichkeit. Welche Macht politische Rituale in Geschichte und Gegenwart haben, erfahren wir von der Historikerin Barbara Stollberg- …
Armut, Hunger, Krankheit, Korruption, Gewalt, Drogen- und Menschenschmuggel: Afrika nehmen wir als einen schwachen Kontinent wahr, der sich nicht allein helfen kann. Doch warum ist das so? Afrika-Expertin Uschi Eid sucht nach Antworten.
Seit etwa 1945 gilt die Kolonialzeit in Afrika als endgültig beendet. Endgültig? Wissenschaftler haben da unterschiedliche Meinungen. Kolonialismus- Experte Andreas Eckert sagt, es werde von Jahr zu Jahr deutlicher, dass das koloniale Erbe schwer auf dem Kontinent lastet.
John F. Kennedy, dessen Todestag sich am 22. November 2018 zum 55. Mal jährt, war der erste "Telepräsident" der amerikanischen Geschichte. Tanja Weber hat dessen charismatisches Auftreten in der Öffentlichkeit analysiert.
Anfang der 1960er Jahre verkörpert John F. Kennedy die Hoffnungen und Träume einer ganzen Nation. Der 35. Präsident der USA steht für einen Aufbruch. Doch hinter dem Mythos JFK steckt reine Inszenierung. Ein Vortrag von Olaf Stieglitz.