SWR2 Zeitgenossen

by Südwestrundfunk · · · · 15 subscribers

Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivistinnen, Künstlerinnen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen.

Eva Cancik-Kirschbaum ist eine profilierte Altorientalistin. In ihrer Arbeit forscht sie nach den antiken Ursprüngen unseres Alltags - von Zeitrechnung und Kalendersystem bis zur Entstehung des modernen Rechtswesens. Die gebürtige Tübingerin Cancik-Kirschbaum landet bei ihrer Arbeit, ob gewollt oder ungewollt, mitten in aktuellen politischen Konflikten.
„Ich weiß nichts. Alles, was jetzt kommt, lasse ich mir einfalle“", diese Situation ist dem Pianisten Michael Gees am liebsten - auf dem Konzertpodium oder beim Unterrichten. Als Liedbegleiter renommierter Sänger ist er auf den Bühnen der Welt zu Hause. Schon immer hat er sich auch für die Improvisation interessiert, …
Der Zeitgeist ist mit Sicherheit nicht römisch-katholisch. Er hält Religion für ein Wahnsystem, Gott für eine Projektion und Kirchgänger für nicht mehr ganz zurechnungsfähig. Der tief gläubige Theologe Manfred Lütz steht demnach naturgemäß wider den Zeitgeist. Einerseits. Andererseits ist Manfred Lütz ein anerkannter Psychotherapeut und Psychiater. Seelenkunde und Seelenheil bilden …
In ihrer Rolle als Wiener Tatort Kommissarin Bibi Fellner redet Adele Neuhauser, wie ihr „die Goschn“ gewachsen ist. Und sie findet: Bibi ist ihr ziemlich ähnlich. Diese Kombination aus Humor und Verzweiflung, die Bibi verkörpert, entspreche ihrer eigenen „übertriebenen dramatischen Ader“, so Neuhauser in der Reihe SWR2-Zeitgenossen. Das sind wahrscheinlich …
Till Brönner ist wohl der berühmteste unter den deutschen Jazzmusikern: der einzige, den Barack Obama ins Weiße Haus einlud und der einzige, der beim ECHO in allen drei Kategorien Jazz, Pop und Klassik abgeräumt hat.
„Mein Vorbild war George Orwell“, sagt Timothy Garton Ash über seine Berichte aus den 1980er Jahren zum Umbruch in Ostmitteleuropa. Als „engagierter Zuschauer“ beschrieb er das Ende des Kommunismus in Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei und der DDR. Der 64jährige lernte Deutsch, weil ihn Thomas Mann faszinierte. Heute nennte er Deutschland …
„Wenn man den Aspekt des Zusammenbruchs der DDR betont, sollte man zugleich den Charakter der friedlichen Revolution nicht bestreiten“, sagt der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse im Rückblick zum Fall der Berliner Mauer am 9.11. 1989.
Von seinem Büro sieht Christoph Lieben-Seutter über den Hamburger Hafen: „Der Ort ist magisch und energiegeladen“, sagt der 55-jährige Leiter der Elbphilharmonie. „Das ist aktuell eines der spannendsten Bauwerke auf dem Globus. Das Schöne ist nur: Die Elbphilharmonie kann ein bisschen mehr als der Eiffelturm.“
Hubert Wolf, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Münster, hat kürzlich ein neues Buch veröffentlicht, in dem er sich intensiv mit dem Zölibat beschäftigt. Einmal mehr belegt Wolf, dass das, was in der Kirche als unumstößlich scheint, ein Produkt des 19. Jahrhunderts ist. In der Kirchengeschichte gab es immer mehr …
Der geborene Karlsruher Ferdinand Dudenhöffer wurde in Mannheim promoviert und arbeite anschließend bei Opel, Porsche und im PSA-Peugeot-Citroen-Konzern. An der Universität Duisburg-Essen gründete er das Center Automotive Research, kurz CAR. Ob ADAC-Skandal, Dieselgate, Elektromobilität oder Automatisiertes Fahren - mit seinen pointierten Aussagen eckt Dudenhöffer manchmal an und hat häufig recht.
Das Faszinierende am Netz sei, sagt der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen, dass es Nutzern einen ungeheuren Informationsreichtum biete: „Wir haben gigantische Mengen von Information und müssen nun neu auswählen. Wir sind mit Quellen unterschiedlichster Güte und Qualität konfrontiert. ... Das Netz hat ja ungeheuer viele Vorteile, aber im Moment sind …
Durch einen Unfall wurde Johann König im Alter von zwölf Jahren nahezu blind. Heute ist er 38, gilt als Popstar unter den deutschen Galeristen und hat gerade seine Biografie verfasst. "Das Buch ist viel zu spät erschienen", meint er selbstbewusst. König stammt aus einer kunstsinnigen Familie, sein Vater ist der …
Dirk von Lowtzow ist Sänger und Texter von "Tocotronic", einer der wichtigsten deutschsprachigen Bands seit den 90er-Jahren. Die kunstvoll verrätselten Texte der häufig als Slogans zitierten Tocotronic-Songs, sind auch Frucht der großen Leseleidenschaft Dirk von Lowtzows, der von Literatur und Kunst des Symbolismus, Surrealismus und der Décadence beeinflusst wurde.
„Unser Grundgesetz ist gut“, sagt Prof Ferdinand Kirchhof im SWR2 Zeitgenossen-Gespräch mit Ruth Jakoby. „Das Grundgesetz ist klug formuliert und lässt viel Raum für neue Entwicklungen“. 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer erinnert der emeritierte Tübinger Jura-Professor Ferdinand Kirchhof daran, dass es seit 1949 ein „Wiedervereinigungsgebot“ in der …
Der Tiroler Schriftsteller Norbert Gstrein spricht nicht nur über sein aktuelles vielgelobtes Werk „Als ich jung war“ und worauf es ihm ankommt in der Literatur, sondern auch über eine Kindheit in den Bergen und warum er kein Mathematiker werden wollte.
Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Düsseldorfer Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Mithu Sanyal mit Fragen von Identität und Politik. Vor allem interessiert sie sich dafür, welche Rolle das Geschlecht für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung einnimmt, welche Stereotypen und Tabus entstanden sind.
Der große ungarische Schriftsteller György Konrád ist am 13. September 2019 im Alter von 86 Jahren verstorben. SWR2 wiederholt deshalb ein Gespräch mit György Konrád aus dem Jahr 1998. Konrad berichtet darin über sein Werk und erzählt, wie er im Zweiten Weltkrieg als Junge der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Ungarn entkam.
Andrea Römmele war in den Wahlkampfteams von Gerhard Schröder und Hillary Clinton, lehrte an renommierten amerikanischen Universitäten und forscht jetzt an der "Hertie School of Governance". Ihr Interesse konzentriert sich auf den Einfluss digitalen Medien auf die politische Kommunikation.
Wenn die Soziologie die leichte Kavallerie unter Gesellschaftswissenschaften ist, dann reitet Heinz Bude in deren allererster Reihe. Wenige Vertreter des Fachs sind öffentlich so präsent wie der 1954 geborene Professor für Makrosoziologie an der Gesamthochschule/Uni Kassel. Das liegt am Talent Budes für griffige Formulierungen wie an seinem Gespür für Themen.
Er ist Europameister, Basketballer des Jahres und bei den Olympischen Spielen 1992 trat er mit der Nationalmannschaft gegen Michael Jordan und das "Dream Team" an: Henning Harnisch. Er war nie der typische Star, machte eine Lehre als Buchhändler und studierte nach seinem frühen Karriereende Kulturwissenschaften.